Letzter Motivationsversuch

Die Bühne steht, die Zelte auch, die Pressearbeit nimmt seine Arbeit auf. Wer sich noch immer nicht ganz sicher ist, ob es sich zur Demo lohnt, sollte sich unsere Aktionen näher angucken.
So wird eine “Waage der Verhältnismäßigkeit” die politische Frage der Verhältnismäßigkeit abbilden: Verdeutlicht werden soll, dass bei politischen Entscheidungen stets eine Abwägung der Wirkungen und Einschränkungen erforderlich ist – und dass die Waage die Balance halten muss, anstatt zu Lasten der Grundrechte aus dem Gleichgewicht zu geraten. Auf einer großen Waage sollen am kommenden Wochenende daher sicherheitspolitische Maßnahmen und ihre Wirkungen zum Anfassen “abgewogen” werden.
Wage der Verhältnismäßigkeit
Soziale Netzwerke biete eine ganze Menge angesagter Funktionen – und viele wollen dabei sein. Daraus entwickelt sich ein gewisser sozialer Zwang auch mitzumachen. Natürlich ist das alles kostenlos, nur die AGBs sind für die Teilnahme zu akzeptieren. Was genau darin steht, wissen allerdings nur die allerwenigsten. Um diesen “Lockeffekt” zu verdeutlichen, wird es auf der Demonstration eine Social-Network-Mausefalle geben. Eine Mausefalle funktioniert nach dem Prinzip “Locken mit Leckerem”. Wer wieder raus will, wird merken: Die Falle ist zugeschnappt und es ist sehr schwer wieder herauszukommen. Der berliner Künstler Peter Ehrentraut hat übrigens nicht nur die FacebookFalle gebaut. Auf sein Konto gehen auch die Datenfische und der inzwischen berühnte Datenkraken “Otto”.
Mausefalle
Häufig reden Datenschützer vom “Gläsernen Menschen” – auch hierfür gibt es die entsprechende Anschauung: Eine knapp fünf Meter große Puppe, die nur noch aus einer durchsichtigen Hülle besteht. Ein Geflecht aus Kunststoff- und Kohlefasern sowie  Aluminium lassen eine Außenhaut entstehen, die nur noch schematisch an einen Menschen erinnert. Dieser knapp fünf Meter hohe “Dundu” wird den Demonstrationszug begleiten und auch während der Kundgebung mitten zwischen den erwarteten mehrenden tausenden Teilnehmenden dabei sein, um zu demonstrieren, wie es ist gläsern zu sein.
In Großformat wird sich auch ein Wattestäbchen zeigen: Willi Watte, etwa zwei Meter lang, wird sich auf der Bühne zu Beginn der Kundgebung als “sprechendes Beispiel” gegen unverhältnismäßige DNA-Speicherung stark machen.
Gegen unverhältnismäßige Datenspeicherung kann auf der Veranstaltung auch ganz praktisch etwas getan werden: So können sich die Teilnehmenden an einer Postkartenaktion gegen Fluggastdatenspeicherung beteiligen. Weiterhin wird es möglich sein, die aktuelle Petition gegen Vorratsdatenspeicherung zu unterzeichnen.
In einer Fotoaktion werden Bilder von etwa 2000 Maskenträgern gemacht. Vor einer gut 10 Meter hohen Hebebühne werden unter den Demonstranten Augenmasken verteilt, die die Anonymisierung verdeutlichen sollen. Wir alle sind in der realen Welt anonym unterwegs – und so wollen wir es auch im Netz sein.
Und wer jetzt noch immer nicht motiviert ist, zur Demo zu kommen, den wird auch Nina Hagen nicht mehr ziehen :)
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